Warum reisten wir in den Iran?
Im Oktober 2008 besuchten wir Syrien und Jordanien.
Bei Gesprächen über diese Reise fragten wir verschiedene, reiseerfahrene Personen, welche Stadt sie im Nahen und Mittleren Osten als erstes besuchen würden. Die Antwort war eindeutig:
Isfahan! Darum starteten wir das Reiseprojekt Isfahan.
Als wir vor der Reise sagten, dass wir in den Iran in die Ferien fahren würden, waren die Reaktionen darauf sehr gemischt:
Einige, insbesondere Personen, welche die Gegend kannten, rieten uns, unbedingt zu gehen. Andere erklärten uns für verrückt, in ein so gefährliches Land zu reisen.
Wir haben es nicht bereut, die Reise gemacht zu haben. Im Gegenteil: Wir haben auf unserer Reise viele interessante Städte und schöne Landschaften gesehen und viele nette Leute getroffen.
Die Reise wurde als Gruppenreise ausgeschrieben. Schnell stellten wir fest, dass wir eine Zweiergruppe waren.
Der Reiseveranstalter war der lokale Touroperator Iran-Way-Tours.
In Anbetracht der Grösse der Gruppe amtete der Geschäftsführer selbst als Reiseführer und Chauffeur. Sein Personenwagen diente uns als Transportmittel.
Die persönliche Betreuung durch den sehr erfahrenen Reiseleiter war natürlich ein spezielles Erlebnis. Unser Führer spricht hervorragend Deutsch und Englisch.
Unsere Eindrücke und
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Sehenswürdigkeiten: |
Reisen | Fotoalbum |
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1. Tag: Zürich-Dubai-Teheran
2. Tag: Teheran-Hamadan
3. Tag: Hamadan-Kermanshah-Hamadan
4. Tag: Hamadan-Isfahan
5./6. Tag: Isfahan
7. Tag: Isfahan-Na'in-Yazd
8. Tag: Yazd
9. Tag: Yazd-Persepolis-Shiraz
10. Tag: Shiraz
11. Tag: Shiraz-Teheran
12. Tag: Teheran-Dubai-Zürich
Hamadan liegt in der Provinz Hamadan, am Fuss des Alvand-Massivs (3580 m) auf 1820 m ü. M. Im Sommer ist das Klima angenehm, die Winter dafür kalt. Im Winter fällt insbesondere im Gebirge viel Schnee, so dass es das ganze Jahr genügend Wasser hat. Es ist eine gepflegte Stadt mit Parks, Bäumen und breiten Strassen.
In Hamadan steht das Grabmal von Ibn Sida. Er ist im Westen unter dem Namen Avicenna bekannt. Er war ein persischer
Universalgelehrter und lebte von 980 bis 1037 n. Chr.
Im kleinen Museum bei seinem Grabmal sind seine Werke ausgestellt. Es befindet sich auch eine Sammlung getrockneter Heilkräuter da, die von ihm beschrieben wurden und die er verwendet
hat.
Grabmal und Statue von Ibn Sida
Der steinerne Löwe soll in früheren Zeiten eines der Stadttore geschmückt haben.
Steinerner Löwe
In Hamadan befindet sich das Grab von Esther und Mordechai.
Der Eingang zum Gebäude ist sehr niedrig. Er ist mit einer Steinplatte verschlossen. Im Inneren stehen zwei aus Ebenholz geschnitzte, mit Tüchern bedeckte Sarkophage.
Es handelt sich um das wichtigste Heiligtum der jüdischen Gemeinde im Iran.
Neben dem Schulhof einer Mädchenschule liegt der Gonbad-e Alavian. Beim Gebäude handelt es sich um einen Grabturm aus dem 12. Jh.
Im Vorbeifahren sahen wir das Grabmal des Dichters Baba Taher. Baba Taher war ein mystischer Dichter aus dem 11. Jh.
Der Park von Gandjnameh ist ein beliebtes Ausflugsziel der Bevölkerung.
In der Nähe eines schönen Wasserfalls befinden sich einige Felsinschriften aus der Achämeniden-Zeit. Die Felsinschriften, die Darius I und Xerxes I preisen, sind in Keilschrift geschrieben. Links befindet sich die altpersische, in der Mitte die neuelamische und rechts die neubabylonische Version des Textes.
Die Fahrt ist landschaftlich reizvoll. Über einen Passübergang gelangt man von einer grossen, grüne Talebene zur nächsten. Am Rand der Ebene befinden sich hohe, zum Teil schneebedeckte Berge.
Landschaft zwischen Hamadan und Kermanshah
Nicht weit vor Kermanshah gelangt man an eine hochaufragende Felswand. 60 m über dem Talboden ist das Felsrelief von Bisotun in die Felswand gemeisselt worden. Hier führte die alte Königsstrasse nach Babylon durch. Das Relief stellt König Darius und die von ihm besiegten Feinde dar. In der in Keilschrift in 3 Sprachen (Altpersisch, Babylonisch und Elamisch) verfassten Inschrift rechtfertigt Darius seine Amtseinsetzung als König.
Felsrelief mit König Darius und den von ihm besiegten Feinden
Am Hang weiter unten befindet sich ein Statue von Herkules, der mit einer Trinkschale in der Hand ausruht.
Am Fuss der Felswand, im Schatten von Bäumen, liegt in einem Park ein Quell-Teich. Als wir dort waren, nutzte eine Schulklasse den Park, um zu picknicken.
Die Stadt Kermanshah selbst wurde im iranisch-irakischen Krieg schwer beschädigt. Von der alten Stadt ist nicht mehr viel übrig geblieben.
Am Stadtrand von Kermanshah neben einem Quell-Teich liegen die Grotten von Taq-e Bostan. Dort befinden sich
wiederum einige Felsreliefs. Sie zeigen die Amtseinsetzung einiger sassanidischer Herrscher. Es sind auch
Jagdszenen dargestellt.
Der Quellteich
Ein Felsrelief.
Im Bild überreicht der Gott Ahura Mazda dem Herrscher Ardaschir II. einen bebänderten Ring als Symbol für die Königswürde.
In der Gegend von Hamadan ist alles grün. Am Wegrand sehen wir Nomaden mit Schafherden, Eseln und Hunden.
Weideflächen mit Schafherden der Nomaden
Weiter südlich Richtung Isfahan wird die Gegend trockener.
Isfahan liegt auf 1575 m Höhe mitten in einer kargen Landschaft. Es ist eine prächtige Stadt.
Im Zentrum von Isfahan liegt ein riesiger Platz, der Meydan-e Imam. Er wurde am Anfang des 17. Jh. durch Shah Abbas I angelegt, als die Hauptstadt Persiens nach Isfahan verlegt wurde.
Freitags wird der Platz wegen des Freitagsgebets bis um 14 Uhr abgesperrt. Deshalb mussten wir unser Besichtigungsprogramm zeitlich etwas umgestellen.
Am Abend gehen ganze Familien in den Park um zu picknicken. Sie nehmen einen Teppich mit, um darauf zu sitzen. Bemerkenswert ist, dass kein Abfall liegen bleibt. Alles wird wieder mitgenommen.
Jede der vier Seiten wird von einem hervorstechenden Bauwerk beherrscht. Im Süden des Platzes befindet sich die grosse Moschee Masdjed-e Imam, im Norden der Eingang zum Basar. Im Westen der Eingangspalast zur königlichen Residenz (Ali Qapu) und im Osten die Lotfollah-Moschee.
Von einer Terrasse vom Ali Qapu-Gebäude kann man den Platz von oben überblicken. Leider hat das Gebäude sehr hohe Stufen, so dass es recht anstrengend ist, hinaufzugelangen. Zuoberst ist ein Musikzimmer. Die Oberfläche der Wände wird durch ausgeschnittene Formen vergrössert, was die Akustik verbessert.
Musikzimmer des Ali Qapu-Gebäudes
Die grosse Moschee hat eine türkisfarbene Kuppel, ein Doppelminarett und einen grossen Hof, um den sich vier gegen vorne offene Gebäude (Iwane) gruppieren. Alle Flächen sind mit Blumenmotiven auf blauweissen Kacheln geschmückt.
Im Basar haben wir ein Geschäft besichtigt, in dem bedruckte Stoffe hergestellt werden Wir gingen auch bei einem Teppichhändler vorbei.
Bei einer Pause auf dem grossem Platz vor der Moschee wurden wir von einem Händler angesprochen, der u.a. bedruckte T-Shirts als Souvenir verkaufte. Er hatte seine ganze Ware auf dem
Fahrrad mitgenommen und hoffte nun, etwas zu verkaufen.
Eine Schulklasse liess sich um uns herum nieder, um Pause zu machen und zu diskutieren, was sie im Basar gerade erworben haben. Vom Lehrer erhalten alle ein Stück Nougat, wir auch.
Die Freitagsmoschee enthält Elemente aus etwa sieben Jahrhunderten.
Der Innenhof mit den Minaretten
Jede Säule und Kuppel hat ihr eigenes Muster aus Ziegelsteinen
Die Gebetsnische
In der Übergangszeit kann im Innenhof der Platz für die Betenden mit herabhängenden Tüchern gegen die Kälte geschützt werden. Im Winter dient ein geschlossener Raum im Inneren des Gebäudes zum Beten. Das Licht gelangt durch Alabasterfenster in der Decke in den Raum.
Wintergebetsraum der Freitagsmoschee
Neben der Moschee befindet sich ein Bazar.
Der Chehel Sotun, der Palast der 40 Säulen, liegt nicht weit vom grossem Platz weg. Das Vordach wird von 20 Säulen gestützt. Die anderen 20 Säulen sieht man als Spiegelbild im Wasserbecken davor.
Blick auf den Chehel Sotun Palast
Unter dem Vordach befindet sich ein mit Spiegeln geschmückter, kleiner, nach vorne offener Raum.
Mit Spiegeln geschmückter Teil der Vorhalle
Blick von der Vorhalle zurück Richtung Wasserbecken
Im Innern des Gebäudes hat es schöne, grosse Gemälden, u.a. Schlachtszenen. Daneben, für islamische Verhältnisse sehr freizügige, Darstellungen von Hofdamen und Tänzerinnen. Die Bilder
sind in europäischem Stil gemalt.
Die Strasse der 4 Gärten (Kh. Chahar Baq) bildete im 17. Jh. die Hauptachse des königlichen Gartenbezirks. Mit breitem, parkartigem Mittelstreifen ist sie auch für Fussgänger eine sehr angenehme Strasse. An ihr befindet sich die Statue des Architekten Ali Akbar Esfahani, der die grosse Moschee am Meydan-e Imam entworfen hat.
Der Pavillon Hasht Behesht liegt in einem anderen Park. Hasht Behesht bedeutet "Die acht Paradiese". Die acht Wohnungen, die für die Lieblingsfrauen des Herrschers bestimmt waren, sind um den mittleren, zwei Stockwerke hohen, Saal gruppiert. Die Wände sind mit Blumen- und Vogeldarstellungen geschmückt.
Aussenansicht des Pavillons
Decke des mittleren Saals mit Lichtöffnung
Im Armenierviertel Jolfa befindet sich die ehemalige Klosteranlage mit der Vank-Kirche.
Neben der Kirche befindet sich ein Museum, das die Geschichte der Armenier dokumentiert. Links von der Kirche steht eine Statue zum Gedenken an die Deportationen der Armenier aus der Türkei im Jahr 1915. Sehr viele Armenier sind bei dieser Aktion umgekommen.
Isfahan wird vom Fluss Zayandeh Ruh, "dem lebensspendenden Fluss", mit Wasser versorgt. Er entspringt westlich der Stadt im Zagros-Gebirge. Ca. 120 km östlich der Stadt endet er in einem abflusslosen See.
Auf beiden Seiten des Flusses zieht sich sich ein Park hin.
Der Fluss wird von verschiedenen Brücken überquert. Hervorzuheben sind die Si-o Se Pol, die 33 Bogen-Brücke, die Pol-e Khadjou, die 23 Bogen-Brücke und die Pol-e Shahristan.
Die Pol-Khadjou ist auf ein 26 m langes Stauwehr gebaut. Mit Hilfe des Wehrs konnte der Fluss um bis zu 2 Meter aufgestaut werden. Aus dem Staubecken wurde das Wasser über Ableitungskanäle in die Gärten geführt.
Die Brücke ist mit hohen seitlichen Mauern versehen, die immer wieder durchbrochen sind, so dass man beim Heraustreten ohne Geländer direkt über dem Fluss stehen kann. In der Nacht ist die Brücke beleuchtet. Die Leute auf der Brücke sehen aus wie Schauspieler, welche die Bühne betreten.
Leute auf den Treppen des Stauwehrs
Die Brücke kann auch auf der Höhe des Stauwehrs überschritten werden. Auf den Stufen des Stauwehrs kann man sich, wie das Bild zeigt, am Wasser erfrischen. Die Pol-e Shahristan liegt etwas
ausserhalb des heutigen Stadtzentrums. Sie ist die älteste Brücke Isfahans. Sie ist vermutlich 1700 Jahre alt. Der heute sichtbare Bau stammt aus dem 10. oder 11 Jh. An der Stelle befand
sich auch der älteste Teil der Stadt. Heute befindet sich hier das Messegelände.
Pol-e Shahristan
Das Hotel Abbasi wurde in einer ehemaligen Karawanserei eingerichtet.
Etwas ausserhalb des Zentrums befinden sich einige Taubentürme. Der Kot der Tauben, die im Turm gezüchtet wurden, wurde gesammelt und als Dünger verwendet.
Etwas ausserhalb der Stadt ist das Grabmal des Sufi-Scheichs Amu Abdollah aus dem 14. Jh.
Sufismus bezeichnet eine mystische Frömmigkeit im Islam. Bei uns sind vor allem die Derwische bekannt, die sich drehen, bis
sie in Trance fallen.
Am Grabmal des Scheichs kann man die schwingenden Minarette bewundern. Wenn ein Mann eines der Minarette hinaufsteigt, kann er mit Rütteln auch das andere in Bewegung bringen, weil
die Minarette durch einen Holzbalken miteinander verbunden sind.
Noch weiter ausserhalb der Stadt liegt der Felshügel Ateshgah. Er ist etwa 100 m hoch und der Weg hinauf ist ziemlich steil.
Wir übernachteten im Zohreh New Hotel im Zentrum von Isfahan. Es ist nicht weit vom grossen Platz entfernt. Im Speisesaal des Hotels sind reiche Gold und Spiegelverzierungen an den Wänden
und schöne Blumen- und Vögel-Motive.
Am Abend fand eine Hochzeitsfeier statt. Dank intensiven Bemühungen unseres Reiseleiters konnte er das Einverständnis der Hochzeitsgäste erlangen, dass wir kurz hineinschauen durften. Einer
der Höhepunkte der Zeremonie war, als die Braut mit Zucker bestreut wurde. Sie zögerte lange, bis sie Ja sagte. Sie hat auch einen recht hohen Preis ausgehandelt. Den Preis muss ihr der
Ehemann im Fall einer Scheidung bezahlen, damit sie materiell abgesichert ist.
In Na'in haben wir die Freitagsmoschee besucht. Die Moschee aus dem 10. Jh. ist aus Ziegeln gemauert. Der Stil ähnelt arabischen Vorbildern.
Modell der Freitagsmoschee
Innenhof mit Minarett
Meybod ist eine sehr alte Stadt an der südlichen Seidenstrasse.
Qaleh Narin ist ganz aus Lehmziegeln erbaut.
Aussicht vom Dach der Zitadelle auf die Stadt
Mittagessen in einer Karawanserei
Beim Verlassen der Stadt haben wir im Vorbeifahren ein Kühlhaus gesehen. Es hat eine konische Form. Dank den dicken Lehmwänden kann darin den ganzen Sommer über Eis aufbewahrt werden, ohne dass es schmilzt.
Yazd befindet sich am alten Handelsweg nach Indien. Die Stadt liegt am Rande der Kavir-Wüste und am nördlichen Abhang des Shir-Kuh-Gebirges auf etwa 1200 m Höhe. Das historische Zentrum besteht aus Lehmhäusern, die in engen, verwinkelten, teilweise überdachten Gassen stehen.
Bevor wir mit der Besichtigung von Yazd begonnen haben, haben wir, auf traditionelle Art auf einem Podest am Boden sitzend, Tee getrunken.
Aussicht vom Dach des Hotels_Kohan.
Das Wahrzeichen von Yazd ist die Freitagsmoschee mit ihrem Doppelminarett.
Am Ende der Strasse, die zur Freitagsmoschee führt, haben wir ein Walliser Paar mit Wohnauto getroffen. Sie sind über die Türkei eingereist und wollten später weiter nach Turkmenistan fahren. Sie berichteten davon, dass sie am Zoll Dieselgutscheine kaufen mussten. Sie durften aber ihr Autokennzeichen behalten. Normalerweise muss es gegen ein iranisches Autokennzeichen ausgetauscht werden.
Das Grab von Seyyed Rukn ad-Din stammt aus dem Jahr 1325. Es ist von einer türkisfarbenen Kuppel überdacht.
Im Wüstenklima ist eine spezielle Bauweise erforderlich, um die Häuser mit Wasser und kühler Luft zu versorgen. Dafür dienen die Qanate und die Windtürme.
Das Alexander-Gefängnis, Zendan-e Iskandar, hat seinen Namen von einer Legende, die besagt, dass Alexander der Grosse hier einen achämenidischen Würdenträger gefangen gehalten haben soll.
Innenhof des Alexander-Gefängnisses
Auf dem Hof steht ein schweres Holzgestell, das an Trauerprozessionen von mehreren Männern, die sich abwechseln, mitgetragen wird. Sein Gewicht beträgt ca. 200 kg.
Im Hof unter einer Kuppel speist ein Qanat einen Brunnen. In der Decke der Kuppel ist ein runde Öffnung, durch welche die warme Luft entweichen kann. So bleibt es auch in der Hitze des Nachmittags schön kühl.
In Iran leben noch Zarathustrier, Anhänger einer Religion, die vor dem Islam in der Gegend verbreitet war. Ihr Religionsstifter war Zarathustra. Ihr Gott heisst Ahura Mazda. Diesem guten Gott wird gedient, indem man gut denkt, gut handelt und gut spricht.
Der Feuertempel liegt in einem Park. Im Innenraum brennt, hinter einer Glasscheibe, ein ewiges Feuer.
Feuertempel
Das Symbol Faravahar des Zoroastrismus oben am Tempel
Für die Beseitigung von Leichen gab es früher die Türme des Schweigens. Einen auf einem Hügel oberhalb der Stadt errichteten Turm konnten wir besichtigen. Innerhalb der Mauern des Turmes wurden die Leichen deponiert, um von Geiern gefressen zu werden. Die Knochen wurden anschliessend in einer Totenkiste beigesetzt. So wurden die vier Elemente, Feuer, Wasser, Luft und Erde, nicht verunreinigt. Diese Art der Bestattung ist heute nicht mehr gestattet. Deshalb wurde ein normaler Friedhof gebaut.
Auf dem Hügel ist ein Turm des Schweigens zu sehen, unten ist der heutige Friedhof.
Friedhofsgebäude
Vom Hügel hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt.
Unser Hotel, das Dad Hotel, wird von einer Familie geleitet. Wir wurden vom Familienoberhaupt persönlich begrüsst. Es hat einen schönen Innenhof und auch ein Restaurant. Zum Mittagessen bestellten wir Linsen, Rindfleisch, Currysauce und Reis
Zum Abendessen waren wir in der Altstadt. Um zum Restaurant zu gelangen, mussten wir, bzw. unser Reiseleiter, durch die engen, zum Teil überdeckten Altstadtgassen fahren. Mehrmals hatten wir das Gefühl, dass wir in einer Sackgasse gelandet sind. Die Leute, die sich im Hof aufhielten, konnten uns aber jedesmal sagen, wo die Strasse weiter ging.
Auf der Weiterfahrt Richtung Shiraz war das Wetter nicht mehr so klar. Es lag ein Grauschleier über der Landschaf. Das kam wahrscheinlich von Sand in der Luft.
In Abarkuh bestaunten wir eine riesige Zypresse.
Als wir über einen Pass in der Wüste fuhren, sahen wir einen Mann am Strassenrand, dem das Benzin ausgegangen war. Wir haben ihn zur nächsten Ortschaft mitgenommen. Es war sogar mit dem Auto ziemlich weit.
Blick über eine Oase
Schöne Felsformationen
Pasargadwar die erste Residenzstadt des Perserreichs unter den Achämeniden.
Man glaubt, dass sich hier das Grab von König Kyros II befindet. Aus der Zeit der Antike ist überliefert, dass dort folgende Inschrift stand: "Oh Mensch, der du hier vorbei kommst. Ich bin Kyros, der das Perserreich gründete. Neide mir nicht dieses kleine Stück Erde". Heute ist von der Inschrift nichts mehr zu sehen.
Naqsh-e Rostam liegt sechs km nördlich von Persepolis. Hier befinden sich vier Gräber achämenidischer Grosskönige sowie eine Reihe sassanidischer Felsreliefs.
Persepolis wurde um 520 v. Chr. von Darius I. gegründet. Auf einem Areal von 400 x 300 m wurden Palastanlagen erstellt. Diese wurden hauptsächlich für grosse Empfänge und Feste benutzt. 332 v. Chr. wurde es von Truppen Alexanders des Grossen besetzt und ging bei einer Feier der siegreichen griechischen Truppen in Flammen auf. Ob absichtlich oder unabsichtlich ist nicht klar. Jedenfalls wurde es nicht wieder aufgebaut, sondern zerfiel. Darüber lagerte sich Schutt ab. Die ersten systematischen Ausgrabungen erfolgten 1931 -1939 durch deutsche Archäologen.
Park vor der
Ausgrabungsstätte
Überreste der Palastanlage
Reliefs
Die Reliefs zeigen u.a. Repräsentanten verschiedener Völker, die dem König Geschenke bringen. Sie unterscheiden sich durch ihre Tracht und ihre Gaben.
Shiraz ist eine moderne Grossstadt mit breiten Boulevards und schönen Gartenanlagen.
Von Persepolis herkommend, befindet sich am Eingang der Stadt das Korantor.
Die Zitadelle von Karim Khan liegt an einem verkehrsfreien Platz. Einer der vier Ecktürme ist schief, weil der Untergrund abgesackt ist. Davor spielten Jugenliche Volleyball. Dort begegneten wir dem ersten und einzigen Bettler auf unserer ganzen Reise.
Das Grab des Dichters Hafes, Hafez liegt in einem schönen Park. Am Eingang zum Park standen Männer mit Wellensittichen in der Hand. Die Wellensittiche zogen Zettel mit Weissagungen aus einer Kartonschachtel. Das Buch von Hafes ist, neben dem Koran, fast in jedem Haushalt vorhanden. Wobei das, was Hafis schreibt, nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern interpretiert werden muss. Es kann als Horoskop benutzt weden, um Entscheidungen für die Zukunft zu fällen.
In Shiraz befindet sich auch das Grab des Dichters Sa'di. Er lebte im 12. Jh. und ist sehr weit gereist.Von ihm stammt
der Spruch im Eingang der Hall of Nations der Uno in New York. In der Übersetzung von Friedrich Rückert lautet er: Oh ihr Gebornen eines Weibes / Seid ihr nicht Glieder eines Leibes? / Kann
auch ein Glied dem Weh verfallen / Dass es nicht wird gefühlt von allen? / Du, den nicht Menschenleiden rühren, / Kannst auch den Namen Mensch nicht führen.
Im dazugehörenden Park befindet sich ein unterirdischer Brunnen mit Fischen, der von einem Qanat mit Wasser versorgt wird.
Wir konnten auch eine Koranschule besuchen, die Madreseh-ye Khan. Die Schüler sassen unter den Arkaden und lernten. Ein Mullah hatte die Aufsicht. Die Wände des Gebäudes waren mit Blumen- und Vogelmotiven geschmückt. Die Anordnung glich den Mustern auf Teppichen.
Im Garten Haft Tanan befindet sich ein kleiner Palast mit schönen Gemälden an den Aussenwänden. Eines zeigt einen Derwisch. Der Name Haft Tanan bedeutet "7 Leiber", weil sich 7 Gräber mit schönen Steinen und Reliefs im Park befinden. Leider war ein Teil des Gartens gerade im Umbau.
Es ist sehr selten, dass man als Besucher der Stadt im Mausoleum von Shah Cheraq noch Einlass bekommt. Für Frauen ist ein
Chador Pflicht.
Von aussen fällt die birnenförmige Kuppel auf. Im Inneren ist der Anblick einfach fantastisch. Überall ist das bezaubernde grüne Licht, das sich in an den Wänden in ganz vielen kleinen
Spiegeln bricht, so dass der ganze Raum funkelt, wie wenn er mit Edelsteinen ausgelegt wäre.
Zwiebelkuppel des
Mausoleums von Shah Cheraq
Zum Abendessen gingen wir ins Sharzeh-Restaurant. Das Restaurant befindet sich in einem umgebauten Hamam. Im Restaurant sassen wir im oberen Stock auf einer Galerie und konnten so den Musikern zusehen, die unten spielten. Sie spielten Zither, Geige und Trommel.
Am nächsten Mittag waren wir alleine im Basar. Unser Führer hatte sich von uns verabschiedet, weil er die ganzen 900
km von Shiraz nach Teheran mit dem Auto zurückfahren musste. Wir konnten am anderen Morgen das Flugzeug nehmen.
Während wir an einem Wasserbecken im Hof sassen, sprachen uns drei Herren an. Wie sich herausstellte, waren es Bürgermeister aus verschiedenen iranischen Städten, die in Shiraz an einem
Kongress über Erdbebensicherheit teilnahmen. Es entwickelte sich ein sehr interessantes Gespräch über die Erdbeben-Problematik. Sie kauften uns etwas Dessert, das wie Eisspaghettis aussah
und sehr erfrischend war.
In Teheran holte uns unser Reiseleiter am Flughafen ab. Danach besuchten wir die ehemalige Residenz des Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Sie befindet sich in einem grossen Park. Jetzt sind seine Wohnräume ein Museum.
Im Teppichmuseum sind ganz verschiedene kunstvolle Teppiche zu sehen.
Im Nationalmuseum, werden die, bei den Ausgrabungen gefundenen Schätze aus dem ganzen Land gezeigt.
Zum Abschied durften wir noch bei der Familie von unserem Reiseleiter zu Abend essen. Seine Frau ist eine ausgezeichnete Köchin.
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Letzte Änderung: 21.03.2012 Webmaster: e.halder@rhone.ch © Copyright 2012 Käthi und Ernst Halder Brig-Glis, Schweiz |
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